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Mo, 29. Oktober 2018

Lotsen helfen auf dem Weg zum deutschen Pass

BRI ermöglicht Senat den Einsatz ehrenamtlicher Einbürgerungs-Helfer

Bremen will ab November eine neue Einbürgerungskampagne starten. Kernstück sind sogenannte Einbürgerungslotsen, die interessierte Migrantinnen und Migranten unterstützen und begleiten sollen. Der Bremer Rat für Integration (BRI) koordiniert das von ihm vorgeschlagene Projekt.

Als Interessenvertretung für Zugewanderte berät der Bremer Rat für Integration (BRI) seit 2005 die Politik und Verwaltung im Land Bremen. Als unabhängiges und überparteiliches Gremium weist der BRI auf Missstände hin und stellt Forderungen. Regelmäßig einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder dafür mit den verschiedenen Ressortchefs zum Austausch.

„Seit 2012 sind wir an dem Thema Willkommenskultur und Einbürgerung dran“, sagt Recai Aytas vom Vorstand des BRI. „Schon Bürgermeister Jens Böhrnsen haben wir seinerzeit auf das in Hamburg umgesetzte Einbürgerungskonzept hingewiesen.“ Bremen startete daraufhin zwar auch eine Werbe-Offensive. Doch das war dem BRI nicht genug. „Wir wollten noch einen Schritt weiter gehen und, wie in Hamburg, sogenannte Einbürgerungslotsen etablieren, die Einbürgerungsinteressierte unterstützen und begleiten sollen“, so Aytas.

Hilfe beim Einbürgerungsverfahren sei unbedingt notwendig. „Es ist ein bürokratisches Verfahren, das auch viele gut integrierte Migranten abschreckt.“ Dabei gebe es viele gute Gründe, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, angefangen bei der freien Wahl des Wohnsitzes in der gesamten EU, der Reisefreiheit in fast allen Ländern der Welt oder dem vollständigen Wahlrecht. Behördengänge, Mitverträge oder auch die Chance auf einen Arbeitsplatz – all das und mehr wird leichter.

Die Einbürgerung gibt die Möglichkeit, die hiesige Gesellschaft mitzugestalten. Wer ohne Einschränkung mitgestalten kann – das lehrt die Erfahrung – identifiziert sich gleichzeitig auch stärker mit dem Gemeinwesen. „Dazugehören und alle Rechte haben – das bringt die Integration voran“, ist sich auch die Vorsitzende des BRI, Libuse Cerna, sicher. Im vergangenen Jahr haben sie und Recai Aytas mit Bürgermeister Sieling deshalb nochmal mit

Staatsrat Thomas Ehmke vom Innenressort gesprochen. „Der Innensenator war vom richtigen Zeitpunkt der Integrationskampagne überzeugt“, so Aytas. Ein paar Wochen später kam die Anfrage, ob der Bremer Rat für Integration innerhalb der Kampagne die Koordination des Projekts der Einbürgerungslotsen übernehmen wolle. Der BRI hat verbindlich seine Unterstützung zugesagt. Seit Dienstag, 23. Oktober, ist das Konzept im Senat beschlossen. Im November soll die Kampagne starten.

Ansprechpartner für die Presse: Libuse Cerna (0171/301 86 86) und Recai Aytas (0172/417 85 67)

Der Bremer Rat für Integration bei facebook